Baltic Cup
Ein internationaler Start für die Deutsche Nationalmannschaft, ein Ziel, welches sich viele Leistungssportler setzen. Als festgelegt wurde, dass der Open Baltic Cup 2026 vom B-Juniorenjahrgang 2010/11 bedient wird und die Mannschaft durch eine direkte Qualifikation über die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften entschieden wird, entstand für Quinn (USV TU Dresden) und Tim (Laubegaster RV Dresden e.V.) ein klares Ziel. Deutscher Meister im Doppelzweier werden, um Deutschland international vertreten zu dürfen. Nach einer langen, erfolgreichen Saison mit der Endstation auf dem Siegerpodest der DJM in Krefeld hatten wir unser Ziel erreicht. Wir wurden nominiert, um Deutschland beim Open Baltic Cup 2026 in Aidu, Estland, im Doppelzweier zu vertreten. Der Baltic Cup ist ein Wettkampf, zu dem die Ostsee-Staaten gegeneinander über 2000m und 500m antreten. Der Baltic Cup ist zudem der Einstieg in die Nationalmannschaft für viele jetzige Welt- und Europameisterschafts-Teilnehmer.
Dieses Jahr fand der Baltic Cup auf der nagelneuen Regattastrecke Aidu Veespordikeskus in Estland, die aus einem ehemaligen Tagebau entstand, statt. Es war der erste internationale Wettkampf, der hier durch geführt wurde.
Wir trafen uns am Mittwoch, den 23.09., in Berlin, wo wir zuerst die heiß ersehnte Nationalmannschafts-Einkleidung bekamen und dann gemeinsam mit dem ganzen Team zu Abend aßen.
Unsere Reise nach Estland startete wir am Donnerstagmorgen am BER. Nach zwei Flügen mit Zwischenstopp in Riga und einer dreistündigen Busfahrt, bei der wir alle Facetten Estlands erlebten, kamen wir gegen 17 Uhr in unserer ersten Unterkunft an. Nach einem kurzen gemeinsamen Lauf, um die Flüge aus den Beinen zu bekommen, schlossen wir den Tag ab.
Während wir unsere Zeit über den Wolken genossen, durfte unser Trainer Raphael Gebauer den Bootshänger nach Estland fahren. Nach einigen Ausfällen in den Reihen des Ruderverbands wurde für den Bootstransport auf die Bootsklassen-Trainer zurückgegriffen. Gemeinsam mit dem Hallenser Trainer des Juniorinnen Doppelzweier fuhr Raphael tapfer über 26 Stunden durch halb Europa.
Am Freitag räumten wir die Unterkunft und machten uns zum ersten Mal auf den Weg zur Regattastrecke. Dort wurden wir empfangen von einer Kombination aus Regen und Wind. Nach einer kurzen Einheit, um sich mit der Strecke und dem waagerechten Regen vertraut zu machen, ging es auch schon zum Essen. Danach wurden wir zu unserer letzten Unterkunft des Wettkampfes geschickt.
Samstag war der erste Wetttkampftag, bei mittelstarken Rückenwind starteten wir über 2000m und erreichten nach einem zufriedenstellenden Vorlauf gegen den amtierenden U19-Weltmeister
im Doppelzweier und ein starkes polnisches Boot den dritten Platz und damit die A-Final-Teilnahme. Im A-Finale am Nachmittag erreichten wir nach einem durchwachsenen Rennen einen sehr guten Vierten Platz hinter den Weltmeistern aus Estland, den polnischen WM-Teilnehmern und einem starken norwegischen Boot. Insgesamt erreichte das deutsche Team starke Ergebnisse und sicherte sich einen vorläufigen Platz 2 in der Teamwertung.
Als wir am Sonntag zur Strecke kamen, wurden wir von Sonnenschein und leichtem Gegenwind begrüßt. Am letzten Wettkampftag standen 500m Sprint an. Unsere Stärke lag in den bisherigen Rennen in der Länge der Strecke, aber selbstverständlich gingen wir nichtsdestotrotz mit Motivation in den Vorlauf. Dort erwischten wir allerdings keinen guten Start und schafften es auch nicht mehr, uns über die kurze Strecke an unseren Konkurrenten vorbei zu schieben.
Unzufrieden mit dem Ergebnis gingen wir mit Raphael unser Rennen noch einmal durch, um dann mit klarem Kopf und Taktik das B-Finale deutlich zu gewinnen. Die anderen deutschen Boote konnten ihre Ergebnisse des Vortages größtenteils wiederholen und damit den Zweiten Platz in der Team-Wertung sichern. Nach einer abschließenden Team-Auswertung des Sportlichen Leiters Johannes Karg und den Team-Fotos bei Sonnenschein ging es mit dem Bus zurück nach Tallinn, wo wir noch einige Stunden Zeit hatten, um uns die Stadt anzugucken. Gegen 21:30 hob unser Flieger Richtung Berlin ab, wo wir dank der Zeitzonen gegen 22:15 ankamen. Schließlich ließen wir mit Raphael auf der Rückfahrt nach Dresden die Saison Revue passieren.
Ich bin sehr stolz und dankbar, dass ich Deutschland international vertreten durfte und Rennen gegen die Weltspitze fahren durfte. Quinn und ich nehmen viel Erfahrung für zukünftige internationale Wettkämpfe und natürlich einen Satz Nationalmannschafts-Kleidung mit.
Tim


